Daniel Lauber | Photography

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Zweifel ist unser Motor

Ich unterhalte mich gerne mit anderen Fotografen. Man kann immer was lernen. Und sei es nur in der Feststellung das sich viele zu sehr an Technik klammern. Aber es gibt eine Reihe von Fotografen mit denen man sich auch auf anderer Ebene austauschen kann. Da spielen Blende, ISO und Objektivstärke eine kleine untergeordnete Rolle. Da werden diese technischen Dinge als zwar als wichtig, aber eben doch eher grundsätzlich und daher nur als Bestandteil des ganzen betrachtet. Es gibt aber so viele Themen darüber hinaus die in der Fotografie wichtig ist. Zum Beispiel die Sicht auf die eigene Arbeit. Da poste ich doch gestern Bilder von Sue die ich vor etwa einem Jahr in Hamburg geschossen habe. Im Anschluß bekomme ich eine Nachricht. "Schöne Bilder von Sue". Ich bedanke mich artig, habe aber das Gefühl mich mitteilen zu müssen. "Danke, aber wenn ich mir die Bilder so betrachte weiss ich schon was ich heute anders machen würde" Ich las meine eigenen Worte und dachte "Mist, das klingt jetzt irgendwie wie eine Rechtfertigung." Das sollte es gar nicht sein. ich mag die Bilder nach wie vor. Aber ich sehe eben Dinge die ich heute anders machen würde. Vermeintlich besser, auf jeden Fall aber anders. 

Und dann kommt er, der Satz:

"So muss das sein, denn Zweifel ist unser Motor" 

Was für ein Satz. In Zeiten wo sich die Social Media Fotografen als Perfekte Fotomaschinen positionieren wo scheinbar jeder Schuß ein Treffer ist tut es gut auch mal sagen zu dürfen wie es ist. Wir sind Zweifler. Wir suchen nach etwas was wir nie erreichen werden. "Das perfekte Foto" - Wir machen weiter. Schiessen tolle Bilder und erfreuen uns daran. Und hoffen das dies andere auch können. Aber wir sehen etwas. Eine Kleinigkeit. Eine Nuance. Ein kleines bischen nichts was bestimmt noch besser geht. 

Dieser Zweifel... er ist unser Motor. Er treibt uns weiter noch besser werden zu wollen. Noch bessere Bilder, Noch etwas mehr.... 

Dabei wissen wir doch was wir können - und dennoch behalten wir ihn tief in unserem Herzen.

Denn ohne diesen Motor bleiben wir stehen. Und verbleiben am Strassenrand der Fotografie. 

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